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FAQs
Allgemein
Diese Frage können wir abschließend noch nicht beantworten, da die offizelle Zertifizierung noch aussteht. Unser Anspruch ist es Fasern zu entwickeln die in herkömmliche Prozesse etabliert werden können und dem nach auch eine Recyclingfähigkeit unserer Fasern zu erreichen.
Das Recycling von Altpapier ist eine sehr gute und umweltfreundliche Alternative zur reinen Verwendung von Frischfasern. Die Qualität des Altpapiers nimmt über die Jahre ab, weil immer mehr verschmutze Verpackungen und Verbundverpackungen, anstatt hochqualitativem Zeitungs- und Büropapier, in der Tonne landen[1]. Falls du es noch nicht wusstest: Küchenrollen und Taschentücher gehören auch nicht ins Altpapier!
Für den Erhalt der Papierqualität ist ein Zuführen von frischen Fasern in hoher Qualität notwendig, welche in der Regel aus Holz gewonnen werden. Und genau hier wollen wir eine Alternative zu Holzfrischfaser bieten, ob jetzt für die Beimischung zu Recyclingpapier oder für Papiere aus reiner Frischfaser.
[1] Kampf gegen Plastikmüll: https://taz.de/Der-Kampf-gegen-Plastikmuell/!5591532/
Unser Rohstoff besteht aus 100% ökologischen Reststoffen! Indem wir den Landwirt*innen diesen Reststoff abnehmen, vermeiden wir die umweltbelastende Beseitigung.
Zudem müssen für unsere Fasern keine Flächen für den Anbau gerodet und bestehende Primärwälder zerstört werden, was zum Beispiel in der konventionellen Papierindustrie leider heute noch üblich ist.
Das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) gibt an, dass der für die Papierprodukte verwendete Holzzellstoff aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammen würde. Die Zertifizierung durch z.B. FSC ist jedoch umstritten, weil die Herkunft des Holzes nicht transparent kommuniziert wird und immer noch FSC-zertifizierte Hölzer aus Primärwäldern stammen. Der FSC besteht aus drei gleichberechtigten Kammern, die unterschiedliche Interessen vertreten: den Waldbewohnern, den Umweltschützern und der Holzindustrie [2]. Dementsprechend handelt es sich bei den Maßnahmen immer um einen Kompromiss zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Umweltschutz.
Indem wir komplett auf hölzerne Ausgangsstoffe verzichten, wollen wir einen progressiven Beitrag zu einer ressourcenschonenden Industrie leisten.
[2] https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/fcs-siegel-video-100.html
Wenn ihr euch mehr für das Thema FSC und Siegel interessiert, folgende Links zu interessanten Artikeln und Dokumentationen zusammengestellt:
https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/fcs-siegel-video-100.html
https://www.oxfam.de/ueber-uns/publikationen/suesse-fruechte-bittere-wahrheit
Zu Beginn werden wir unseren Fasern nach Europa exportieren, da der europäische Markt einen großen Bedarf an nachhaltigen alternativen, für die kein Holz verwendet wird, hat. Trotzdem ist es unser Ziel, unsere Produkte langfristig auch vor Ort in Costa Rica, Lateinamerika, bzw. Amerika im Generellen zu vertreiben, um Transportemissionen möglichst gering zu halten.
Ja, aber wir sind uns sehr wohl bewusst, dass der Export über See nicht ideal ist. Wir setzen uns kontinuierlich damit auseinander, unseren Fasern so ressourcenschonend wie möglich zu produzieren - von der Beschaffung unseres Rohstoffes über den Prozess bis hin zum Transport. Hierzu arbeiten wir zurzeit an unserem Life Cycle Assessment und untersuchen, an welchen Schritten die größten Emissionen entstehen, um diese zu reduzieren.
Unser Rohstoff besteht aus 100 % ökologischen Reststoffen! Indem wir den Landwirten diesen Reststoff abnehmen, vermeiden wir die umweltbelastende Beseitigung und den Anbau neuer Rohstoffe und der damit verbunden Rodung neuer Anbauflächen. Wir wollen unsere Produktionsstätte vor Ort in Costa Rica aufbauen. Dadurch gelingt es uns, die Emissionen, welche beim Transport anfallen, auf ein Minimum zu reduzieren. Um den Transport nachhaltig zu gestalten gibt es außerdem die Möglichkeit eines kombinierten Transports.
Aktuell gibt es weder für Fasern aus natürlichen Agrar-Reststoffen, noch für die Produkte daraus eine allgemeingültige Zertifizierung. Bekannte Siegel, wie z.B. FSC oder auch Blauer Engel, basieren auf der Verwendung von Holzfaserstoff bzw. Altpapier als Rohstoff für die Papierprodukte. Da unser Ausgangsmaterial kein Holz ist, kommen unsere Fasern und die daraus hergestellten Produkte dafür nicht in Frage.
Allerdings wird die Verwendung alternativer Fasern für die Papier- und Verpackungsindustrie immer wichtiger. Deshalb möchten wir unsere eigene Zertifizierung etablieren, damit der/die Endkunde*in ohne großen Aufwand direkt nachvollziehen kann, dass dieses Produkt aus natürlichen Reststoffen besteht. Transparenz in der gesamten Wertschöpfungskette ist uns sehr wichtig. Wir legen großen Wert auf die Beschaffung unseres Rohstoffes, die eindeutige Herkunft, faire Arbeitsbedingungen und eine hohe Produktqualität.
Die Ananas wird grundsätzlich nicht extra für unsere Faserproduktion angebaut und die Pflanzenmaterialien, die wir verwenden, stellen einen Reststoff dar. Zusätzlich werden Ananasreste auf den Plantagen noch immer aufgrund ihrer schlechten Kompostierbarkeit verbrannt, was eine Verschwendung nutzbarer Ressourcen und einen unnötigen Ausstoß von CO2 darstellt. Außerdem achten wir bei der Wahl unserer Kooperationsplantagen auf eine nachhaltige Unternehmenskultur. Wir lösen zwar nicht das Problem der Monokulturen in der Ananaskultivierung, aber durch die Verwertung der Pflanzenreste bieten wir einen entscheidenden Beitrag für einen nachhaltigeren Ananasanbau und die Kreislaufwirtschaft.
In Gesprächen mit potentiellen Kunden aus der zum Beispiel Papierindustrie hat sich gezeigt, dass es keine großflächig industriell einsetzbare Alternative zu herkömmlichem Faserstoffen aus hölzernen Quellen gibt. Bei vielen anderen, alternativen Faserquellen ist ein zusätzlicher Ernteschritt nötig. Damit geht einher, dass eine kontinuierliche Zurverfügungstellung des Ausgangsmaterials nicht immer gewährleistet werden kann. Ananasreste hingegen fallen ganzjährig in großen Mengen an. Unser Ziel ist es, alle Ananas-Abfälle innerhalb Costa Ricas, aber auch in anderen Anbauländern zu verwerten, denn das Entsorgungsproblem existiert ganzjährig, auf allen Ananasplantagen, weltweit.
Natürlich fallen in Deutschland und der EU auch zahlreiche Abfälle in der Landwirtschaft an. Diese werden häufig energetisch verwertet. Die Ananaspflanzen haben bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, obwohl dieses Problem von uns, den Konsument*innen, durch unsere Nachfrage nach Ananas ausgelöst wird. Zusätzlich eignet sich die Pflanze wunderbar für die Faserproduktion, was nicht bei allen Reststoffen gegeben ist. Die Ananaspflanzen sind dabei nur der Anfang. Wir konnten bereits verschiedene Reststoffe wie zum Beispiel Öl-Palmreste, Reisstroh und Bagasse verwerten und unser Kompetenz in der Reststoff-Verwertung ausbauen.
Jährlich werden weltweit 224 Millionen Bäume abgeholzt [3], um unseren Verbrauch an Papier und Kartonage abzudecken. Das hat erhebliche Auswirkungen für unsere Natur und unser Klima: Flächen werden für den Anbau von Holz gerodet und bestehende Primärwälder zerstört. Außerdem erfordert diese Art der Zellstoffproduktion eine Menge Energie und Wasser. Auf der anderen Seite haben wir mit der Ananaspflanze einen Reststoff vom Ananasanbau, der in großen Mengen verfügbar ist – bisher aber ungenutzt bleibt. Dabei eignen sich die Ananasblätter ausgezeichnet für die Herstellung von Fasern, da sie stabile Fasern und einen hohen Zellulosegehalt besitzen. Durch die Aufwertung eines „Abfallprodukts“ zu einem Rohstoff, wollen wir Ressourcen schonen und aktiv gegen die Wegwerfkultur vorgehen: „turning waste into purpose“.
[3] Wir machen unsere Angaben basierend auf diesem Dokument: http://www.fao.org/3/cb0513m/CB0513M.pdf mit der Annahme, dass ein Baum = 3,14m^3 Holz entspricht (03.09.2020)
Nein, denn aufgrund des tropischen Klimas und der guten Planbarkeit des Ananasanbaus ist eine ganzjährige Produktion der Ananasfrüchte auf den Plantagen gängige Praxis. Je nach Sorte und Klima braucht die Ananaspflanze etwa 11-13 Monate, bis die erste Frucht geerntet werden kann. Sie trägt durchschnittlich zwei Früchte. Nach ungefähr 6 weiteren Monaten wird dann die zweite Frucht geerntet, wonach die Pflanze für die wirtschaftliche Nutzung unbrauchbar wird.
Nein.
Mechanisch extrahierte Fasern werden in einer dafür optimal geeigneten Zerfaserungsanlage auf eine homogene Faserlänge zerkleinert und aufgefasert. Dafür braucht man nur die Anlage und einen Stromanschluss. Die chemische Extraktion erfolgt in mehreren Schritten und beinhaltet Chemikalien zum Aufschluss und zur Bleiche sowie Wasser zur Verdünnung und Wäsche. Die ausschließlich mit sauerstoffbasierten Mitteln gebleichten Fasern sind weiß und stärker aufgereinigt als das mechanische Pendant.
Im Rahmen der Studierendenorganisation Enactus Leibniz Universität Hannover e.V. haben sich u.a. Niklas und Merit, damals noch Bachelor-Studierende, gefunden. Durch eine erste Reise nach Costa Rica im Jahr 2018 wurde das Team auf den Missstand im Ananasanbau aufmerksam gemacht und seit 2022 in Vollzeit an der Verlängerung von Wertschöpfungsketten von pflanzlichen Reststoffen gearbeitet.
Der Ananasanbau birgt nicht nur ein immenses Reststoffproblem, sondern hat im Vergleich zu Holz auch eine bessere Ausbeute pro Hektar und Jahr. Die Ananaspflanze lässt sich ressourcenschonender verarbeiten, da die Pflanzen u.a. wenig von dem strukturgebenden Molekül Lignin enthalten. Die daraus extrahierten Fasern eignen sich außerdem besonders gut für die Verwendung z.B. in der Papierindustrie durch ihre Faserlänge und mechanischen Eigenschaften.
Ja. Durch die effizienten Prozesse können wir die Fasern preislich wettbewerbsfähig zu Langfasern anbieten. Zusätzlich profitieren unsere Kunden neben den Produkteigenschaften, von der Co2-Einsparung und positiven Auswirkungen auf die Biodiversität in den Anbauregionen und der Nutzung als Marketingmaßnahmen.
Die Papierindustrie ist aktuell stark abhängig von Holz als Rohstoff und den stark schwankenden Preisen. Durch die Nutzung von Faseralternativen werden sie unabhängiger und können Risiken reduzieren. Auch in der Papierindustrie herrscht ein Innovationsdruck, um neue Kunden anzusprechen. Durch die Nutzung von besonderen Rohstoffen und das Erzählen der Geschichten dahinter, oder das Einführen neuer Produkte, können sich die Kunden von eco:fibr innovativer positionieren und dadurch ihren Absatz erhöhen.
Ja! Unsere Nachhaltigkeitsanalysen zeigen nicht nur, dass netto 5,4 Tonnen CO2-Äquivalente pro Tonne Faserstoff eingespart werden, sondern auch, dass der Transport nur einen verschwindend geringen Anteil unter 10 % ausmacht.
In Costa Rica wurde bereits an der Nutzung von Ananaspflanzenresten geforscht, jedoch sind dabei nie industriell verwertbare Konzepte entstanden. Je nach Stakeholder gibt es unterschiedliche Gründe, warum keine Verlängerung der Wertschöpfungskette umgesetzt wurde: von fehlenden finanziellen Ressourcen, über Know-How-Mangel bis hin zu zeitlichen Kapazitäten und dem falschen Netzwerk. Wir sind mit sehr vielen davon im Austausch und haben eine starke Rückendeckung durch Politik, Einheimische und die Landwirtschaft in Costa Rica.
Durch langjährige Kooperationen konnten wir verlässliche Bindungen aufbauen und ausgiebig die Rohstoffquellen testen. Wir haben unterschiedliche Lieferanten von Ananaspflanzen im Ganzen, vorzerkleinert, getrocknet, Kronen, als Silageballen oder als Reststoffe von Biogasprojekten - sowohl aus Costa Rica, aber auch aus asiatischen Ländern. So können wir vor Allem für die Startphase im Rahmen der Lohnfertigung ausreichend Rohstoff der passenden Qualität sicherstellen.
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