#Bagasse
- 9. Juli
- 1 Min. Lesezeit
Hinter jedem Zuckerwürfel steckt ein Rohstoff, den die meisten noch nie gehört haben. 🌾
Bagasse entsteht als Nebenprodukt bei der Zuckerrohrverarbeitung, der faserige Rückstand, der beim Auskochen des Ausgangsmaterials und der Produktion von Rohrzucker anfällt. Was danach mit ihm passiert, folgt einem vertrauten Muster. Er wird verbrannt, als Brennstoff in Zuckerfabriken eingesetzt oder einfach entsorgt. Dabei steckt in diesem Material ein Faserpotenzial, das industriell bisher kaum ausgeschöpft wird. Bagasse besteht zu einem großen Teil aus Zellulose, Hemizellulose und Lignin, genau den Komponenten, die pflanzliche Rohstoffe für industrielle Anwendungen interessant machen. 🌿
Das Besondere an Bagasse ist, dass sie ohne eigenen Anbau- und Erntezyklus anfällt. Die Pflanze wird wegen des Zuckers angebaut, die Faser entsteht ohnehin als Nebenprodukt, ohne zusätzliche Fläche, ohne zusätzlichen Ressourceneinsatz. Weltweit entsteht dabei eine enorme Menge pflanzlichen Fasermaterials, das als industrieller Rohstoff bisher kaum wahrgenommen wird. 🌍
Was das Ganze noch interessanter macht: In vielen der Länder, in denen Ananas angebaut wird, wird gleichzeitig Zuckerrohr verarbeitet. In denselben Regionen, in denen wir bereits mit pflanzlichen Agrarreststoffen arbeiten, stehen also auch große Mengen Bagasse als potenzieller Rohstoff zur Verfügung. Das ist kein Zufall, sondern Teil unseres Ansatzes, regional vorhandene Reststoffquellen zusammenzudenken. 🍍
Bei eco:fibr denken wir pflanzliche Agrarreststoffe als industriell nutzbare Rohstoffquelle neu und schauen dabei nicht nur auf eine einzige Pflanze. Bagasse ist eine der Quellen, die wir als mögliche Option betrachten, als ressourcenschonende Ergänzung für die Papier-, Verpackungs- und Fasergussindustrie, dort wo klassische Rohstoffe unter Druck geraten. 🍃
Vielleicht liegt der Rohstoff von morgen schon längst auf dem Feld.





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